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AKS18 – BLUMIO – MEINE LIEBLINGSRAPPER

also, ich weiss ja, dass viele in meinem umfeld hip hop scheisse finden. noch dazu deutschen hip hop. das ist natürlich quatsch. das ist eine der innovativsten musikkulturen der letzten 50 jahre und hat ja nur am rande mit vollidioten zu tun, die sich in den nichtvorhandenen schritt greifen und frauen diffamieren. man sollte sich mal die rocksongs der letzten 400 jahre anhören, wenn man das thema sexismus ausgeprägt verarbeitet sehen möchte. hierzulande hat sich eine sehr interessante kultur ausgeprägt und wer den spruch von chuck d. hip hop sei das CNN der schwarzen anführt mit verweis auf die midclass-knaben von z.b. den fantastischen vier oder fettes brot, der kann ja mal nachts durch berlin-marzahn oder köln-kalk spazieren. dort kann man feststellen, dass es auch hierzulande alles gibt, was dem hip hop jene authenzität verleiht, die die kritiker scheinbar schmerzlich vermissen, auf die jedoch die protagonisten sicher gerne verzichten können. dass sich sido, bushido oder die agro-berlin posse so ausdrücken wie sie es gelernt haben oder wie man eben nur im stande war es ihnen zu lehren, weil mehr nicht ging im gescheiterten bildungssystem, ist sicher kein wunder. dass sich die herrschaften stattdessen an sequenzern, drum-maschinen und an den turntables inzwischen teilweise besser auskennen, als irgendein weichgespülter studi von der toningenieursschule kann da nur von vorteil sein. auch wenn mich extreme fremdbeschämung übermannt, wenn ich bushido im TV einen auf tight machen sehe und die ganzen sprüche von den knaben sind auch eher grausam, aber höchstwahrscheinlich hat mich… ach was solls: blumio – meine lieblingsrapper.

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AKS17 – MILES DAVIS – DUAL MR. ANTHONY TILLMON WILLIAMS PROCESS

ach, ich kann mich nicht mehr erinnern, wann ich miles davis zum ersten mal hörte. das war so ähnlich wie bei zappa und oliven, ich mochte das nicht, aber in mir war eine tiefe überzeugung, dass ich das mögen muss, weil es im leben manchmal wichtig ist, auf qualität zu achten. das ist so bei gutem käse, bei johann sebastian bach, bei irischem whisky, bei häusern von oscar niemeyer und so. miles davis hat mal gesagt, er mache keinen jazz, er mache musik. er wollte diese einteilungen nicht. höchstwahrscheinlich ist das, was er macht jazz, doch das ist es, weil die seele es so will und nicht der kopf. das stück dual mr. anthony tillmon williams process oder gerne auch dual mr. tillman anthony (warum weiss ich auch nicht) ist von der platte waterbabies, welche für mich zusammen mit MILES IN THE SKY, BITCHES BREW, A TRIBUTE TO JACK JOHNSON und ON THE CORNER den höhepunkt seiner schaffenskraft darstellt. klar müsste ich noch die BIRTH OF THE COOL, ROUND ABOUT MIDNIGHT, ASCENSEUR POUR L’ÉCHAFAUD, KIND OF BLUE, etc…für meinen alten freund robby und mich war es immer der sesamstrassensong und ach es ist eigentlich nur so… du sitzt an einem frühlingsmorgen in deinem haus, die sonne sticht zum fenster hinein und macht einen auf film noir, dann beispielsweise spülst du gerade ab oder du liest ein buch oder du schneidest den bonsai, sowas halt und dann ist die trompete da und sie ist dein freund und erwärmt dein herz und schlägt dem kopf ein schnippchen. und die sonne wird gelb, der thymian macht sich an dir zu schaffen, die disteln spenden noch morgentau. ach wäre ich doch in der lage, das zu beschreiben.

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AKS16 – NIGEL KENNEDY – 4 SEASONS WINTER

ja, es ist kitsch. nigel kennedy ist etwas aus den neunzigern. ich kann nicht beurteilen, ob sein violinenspiel wirklich virtous ist, ich kann auch nicht wirklich beurteilen, ob ein château lafite rothschild aus dem jahre 2004 dem kenner mundet. ich habe von so etwas keine ahnung, jedenfalls würde ich es nie zugeben. ich verachte menschen, die ihre nase in ein im 45° winkel gehaltenes rotweinglas stecken und sich danach nachdenklich zurücklehnen. aber in den neunzigern, da ist auch was passiert mit mir. ich habe mir einen volvo gekauft und trug wollpullover auf hemd, sowie cordhose an wildlederschuh. ich wollte meine ruhe haben. ich habe kurz überlegt CDU zu wählen, liess es aber sein. immerhin zugunsten von rudolf scharping. die jahre 1989-1992 waren ein kreatives desaster. aber auch egal. muss ja nicht immer. ich habe mir also 1991 einen volvo gekauft, sowie einen PC und ein cd-player fürs auto und das vier-jahreszeiten-album vom briten kennedy. beinahe hätte ich es nicht gemacht, weil man ihn klassikpunker nannte. punker. weil man glaubte, jetzt passiert was, weil er nicht aussah wie einer, der als kind in den weichspüler gefallen ist. er sah anders aus, mehr aber auch nicht. das gerede über ihn war unerträglich. dennoch war das rock’n’roll. dieser teil des winters. wie man sich verbiegen muss, wenn man sowas spielt. wenn man das so spielt. die übergänge gesprungen und nicht geschliffen. der ansatz wie eine säge und dann im abgang wie sich vivaldi das gewünscht hätte. sag ich jetzt mal, als jemand, dem es unangenehm wäre, wenn man ihm kultur vorwerfen würde. nigel kennedy – the four seasons, concerto no. 4 in f minor (l’inverno) RV 297.

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AKS15 – DURAN DURAN – THE CHAUFFEUR

melodien für millionen. duran duran waren großartig und sind es, wenn man es gut mit ihnen meint, auch heute noch. simon le bon. ein verdammtes wrack. eine alte sau, die mit den jungen dingern in schwülstigen hotelzimmern nummern schiebt und dabei eierlikör säuft. das kann man machen. duran duran waren helden in meiner prä-pub-post-verfuckten zeit als geisel der hormone und dann auch darüber hinaus. im käfer baujahr 02/1967 ausgerüstet mit einer 6-volt-batterie, welche entsprechend verbunden mit einem ghettoblaster die soundanlage darstellte. den käfer fuhr ich über 100.000 kilometer durch halb europa und zurück. nach 50.000 km war es dann so: ungefähr bei 50 km/h war die musik okay. fuhr ich langsamer lief die musik langsamer, fuhr ich schneller… na sie wissen schon. absurd. also trug ich den walkman beim autofahren, trank dosenbier beim aufofahren und erlebte jede menge abenteuer mit meinem somelier und haderlumpigen drecksackkumpel claus und duran duran – the chauffeur.

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AKS14 – SHANNON – LETS THE MUSIC PLAY

kreischen. das ist es, was 1984 die beine und den arsch bewegt hat. punk ist bewegung, ist disco ohne die discoattitüde. und dann nochmal 1996 mit nina altschiller in der gräfestraße, weil der yaam-club zu hatte. wir und eine flasche wodka und shannon – let the music play. ich habe mich immer gewundert, warum sich meine nachbarn nie über den krach beschwert haben. ich glaube, sie waren alle betrunken.
jeder, der das jahr 1984 offiziell und in jugendbewegtem alter erlebt hat, sagt ja zur kreischenden maxi. sagt ja zur ich bin nur einmal jung einstellung, die man heute ja längst über den haufen geworfen hat. das ist heute nicht mehr so, in einer zeit, wo man nie erwachsen werden muss. wo man sich das aufhebt für später, wenn man 80 ist, in der hoffnung, dass es auch dann nicht mehr nötig wäre. erwachsen hat nicht nur was mit verantwortung zu tun, sondern mit der inneren haltung, mit den richtigen schuhe, mit der richtigen musik. es muss auf alle fälle richtig sein und shannon – let the music play ist richtig.

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AKS13 – YOUTH BRIGADE – DID YOU WANNA DIE

zu einer zeit, da skateboardfahren nicht von ads-durchdrungenen kids mit kommunikationsstörungen geprägt war… ach war das schön. punkrock war noch was ganz anderes als schnösel mit offenen chucks und diesem unterirdischen, dieser angst in den rehaugen von buben mit frechem maul. diesen söhnen und töchtern von eltern mit eckbank in der küche. mein gott sollen sie sich halt eine neue jungendbewegung ausdenken, vielleicht wirkt das dann authentisch. ich kann mich nicht mehr erinnern. ich kann mich nicht erinnern. ich kann mich nicht mehr erinnern. das leben ist heute so anders. wir saßen bei amin, mit michel, peer und den jungs und da lief das video future primitve von powell & peralta und irgendwann lief did you wanna die. es wäre albern, verlogen und pathetisch, wenn ich…  es macht ja nichts. die zeit haben wir auch rumgekriegt. damals mit leerem kopf und unseren viel zu großen herzen. youth brigade – did you wanna die.

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AKS12 – HUBERT VON GOISERN – KOMM O TOD DU SCHLAFES BRUDER

heute hat mich der inhaber einer befreundeten werbeagentur um einen text zu meinem lieblingsfilm gefragt. ich habe aber eigentlich keinen lieblingsfilm. ich finde einige filme gut, aber ich habe nicht direkt einen lieblingsfilm. ich schrieb was über den film BASQUIAT, den ich sehr schätze, aber ich hätte auch (und das ärgert mich grad schon wieder) was über SCHLAFES BRUDER schreiben können. ein weiterer film den ich mal gut fand. aber egal.
das lied, über das ich heute geschrieben habe, also über welches ich heute schreiben werde heißt KOMM O TOD DU SCHLAFES BRUDER und ist eigentlich von der band johann sebastian bach. gibts auch als buch von robert schneider (österreich) und als film von vilsmaier (dana vávrová). in letzterem seinem film macht hubert von goisern musik. man muss sich mal eine stereoanlage mit einigermaßen guten lautsprecherboxen und gutem verstärker kaufen. dann das stück am besten so laut abspielen, dass die einmachgläser im keller anfangen zu vibrieren. aus einer tiefe der kehle, aus der ansonsten nur tibetanische mönche ihre songs zu singen im stande sind und auch das nur in der wahnvorstellung einiger dalai-lama-groupies, aus dieser tiefe kommt das stück und bebt sanft, aber doch druckvoll durch den körper, als sei sei man selbst quasi ein kirchenschiff. wer mal gedacht hat, hubert von goisern mache nur unwesentliche dinge, der wird hier erleben, dass er hier dem musikstück eines der größten komponisten und gleichzeitigen erfinder des jazz (j.s. bach) den cowboyhut aufgesetzt hat, was beiden gut zu gesicht steht. der rest des soundtracks dieses filmes hats auch faustdick hinter den ohren. selbst andré eisermann UND ben becker konnten ihn nicht kaputt method-acten. die wolken hängen tief in diesem schlammverschmierten kaff eschberg (ich bin jetzt wieder beim film) und wenn kurz vor schluss eisermann als elias beim orgelfest über den choral aus der kantate ICH WILL DEN KREUZSTAB GERNE TRAGEN extemporiert, dann ergreift das die tiefe sämtlichen raumes und es hebt etwas ab. geht mit dem orginal nicht, geht aber mit hubert von goisern / komm o tot du schlafes bruder.

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AKS11 – FRANK SINATRA – NEW YORK NEW YORK

höchstwahrscheinlich war frank sinatra menschlich gesehen nicht so mein bereich und er hätte mich sicher auch nicht gemocht. das ist aber zum glück auch scheissegal, handelt es sich ja hier nur um ein künstler/konsument-verhältnis, ausserdem ist mir sinatra ungefähr 11.500x lieber als der typ aus der klarmobil-werbung. er ist mir auch lieber als beispielsweise amelie fried, johannes b. kerner und ulrich wickert, um an dieser stelle nur einige zu nennen, wo man sie alle hätte nennen müssen.
oder mal andersrum: ich war mal plattenaufleger in einem club in der rigaerstraße in friedrichshain/berlin. dort hörte das publikum musik von bands wie sonic youth und was weiss ich… pavement und so. ich aber legte dort frank sinatra auf. jajajajahaaa. so war das. IIIIIIICHHHH war das. ich habe das getan. und die leute haben mitgegröhlt und luftgitarre dazu gespielt, was ich nie verstanden habe und alle konnten den text (glaube ich). das kann ein frank-sinatra-song. das kann elvis nicht. elvis hat gebratene bananentoasts gegessen, frank sinatra hat jack daniels getrunken. das war der unterschied. beides ist einigermaßen ekelhaft, aber gebratenes bananenbrot ist ekelhafter. sie merken, der text kommt mir nicht so gut. aber das ist nun mal das lied für den 11. dezember 2007, welche sich anlässlich des kiköhnenitunesadventskalenders ausgewählt habe. ach was weiss ich. frank sinatra / new york new york.

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AKS10 – GRANDMASTER FLASH – NEW YORK NEW YORK

nur weil ich noch niemals in new york war, heißt das noch lange nicht, dass ich dort nicht mal gerne hinfahren möchte. die betonung liegt allerdings auf fahren, denn ich fürchte mich sehr vorm fliegen. die titanicsache hat mich bei weitem nicht so beeindruckt, wie beispielsweise die sache am 11. september 2001 oder die vom 13. oktober 1977. was mich allerdings auch beeindruckt hat, zwar anders, aber auch, war großmeister blitz und die furiosen fünf, die sicher der deutschen sprache nicht mächtig sind, sonst kämen sie sich sicher ziemlich blöd vor. grandmaster flash heißt in echt joseph saddler und entwickelte ab 1976 unter seinem pseudonym DJ grandmaster flash viele techniken, die bis heute das plattenauflegen prägen. 1983 vernahm ich new york new york und fortan war nichts mehr so wie zuvor. ein ganz ganz großer klassiker zu dem ich jetzt nichts mehr sage. anhören, runterladen: grandmaster flash & the furious five / new york new york.