ich kann eigentlich am besten schreiben wenn absolut nix passiert. wenn was passiert, dann fällt mir eigentlich nichts ein. es käme womöglich zu einer klaren aussagen, das will und muss ich vermeiden. mein emotionschip habe ich daher schon ausgeschaltet. jetzt was zu schreiben über freitag, fälllt mir schwer. gelingt nicht. will ich auch nicht. nicht aus so christian-kracht- oder rainald-goetz-gründen, sondern aus purer unfähigkeit zu schreiben. da gehts ja frau kleinert genauso, was ich jetzt aber schaise finde, weil, einer muss es machen. ich machs aber nicht.
und dann habe ich mich am wochenende morgens ne stunde und nachmittags auch nochmal über den schäuble geärgert. dann hab ich heringe gegessen und später noch mangold mit austernpilzen und ingwer. später noch ein ananastörtchen vom kunder. heute hat mir der jürgen von neuton einen usb-stick geschenkt. da dachte ich: fuck ey, jetzt musste es 2007 werden, bis ich mal einen usb-stick habe. da hab ich mich echt gefreut und da dachte ich mir, menschenskinder was bin ich für ein bescheidener mensch. das gibts nicht nochmal. mein lieber mann. katharina wagner hört sich an wie claus-theo gärtner. ich bin immer noch ganz gefesselt von meiner eigenen bescheidenheit. wahnsinn. das ist mir passiert. eines tages wird r.k., den die kleinert immer herr karliczek nennt, weil er so heißt, unser video vom freitag auf youtube dingsen. da kann man sich das dann anschauen und dann kann man… moment… ich schau mal nach ob er’s schon gemacht, obwohl ich mir das beim besten willen nicht vorstellen kann. das käme einem paradigmenwechsel gleich… No Videos found for ’stijlroyal’… okay. alles ist beim alten. die kinder tragen keine propellermützchen auf dem kopf. niemand spielt mit dem yoyo wie im lustigen taschenbuch nr. 34 mit dem titel ’supermicky‘ aus dem jahre 1975. roland koch ist noch keine bundeskanzlerin. mein eigenes haus am waldesrand muss noch gebaut werden. past is noch nicht behind und the future has ebenso noch nicht began. es ist daher schön noch im jetzt zu leben. hallo finnin. mein name ist søren lerby und ich bin ein ausgezeichneter dänischer fußballspieler. hey knärli.
MAXIFANT UND MINIFANT
ich fang mal mit ich an. also ich… jetzt gehts los: ich bin ja kein sogenannter a-blogger. ich weiss ja noch nicht mal ob das hier bloggen ist weil, da hängt ja so viel dran. wenn man bei antville was ins internet schreibt, ist man auf alle fälle schon mal jemand, von dem leute auf der straße sagen: „hier kukk mal, da drüben, da geht die creme!“ bei wordpress ist das noch ein bißchen so, aber sicher nicht mehr lange, vielleicht aber auch ewig. ewig und drei tage. ich fand es früher vor ca. 35-36 jahren total lustig, dass etwas ewig und dann noch 3 tage lange dauern kann. das ist ein sehr aufgesetzter humor für einen 4-jährigen. angesichts solcherlei gefasel haben meine eltern mir gegenüber sicher (und zu recht) gefremdelt. im gegensatz zu meinem kumpan robby bin nicht nie unangenehm gewesen. aber… also ein a-blogger bin ich nicht. und wenn ich mal einen kommentar schreibe in einem blog, dann ist nach meinem post immer schluss mit der diskussion. dann schreibt danach niemand mehr weitere kommentare. vielleicht wird dann dort gefremdelt. andere variante: ich schreibe einen kommentar und niemand reaktiert darauf, wohingegen alle anderen beiträge ausgiebig diskutiert und besprochen werden und sei es noch so abstrus. da überfällt mich dann immer eine art extreme neugier, gepaart mit selbsthass, ekel vor mir als solchen, sowie arroganz und größenwahn. später wähne ich mich dann im orkus, dann im supermarkt in der schlange, danach im bauch eines walfisches, dann fällt mir ein, dass ein wal kein fisch ist, danch kommt wieder selbsthass, gefolgt von selbsthaas. anschließend verspüre ich dann lust etwas tennis zu spielen. und zwar mit meinem freund paradroid. was jetzt kommt, kann ich nicht erklären und danach ist sie auch schon vorbei, die ganze gefühlsduselei.
habe ich schon erwähnt, dass ich mir heute 0,25 qm kunstrasen gekauft habe. er liegt auf meinem schreibtisch. kunstrasen mit gelben blumen. man weiss nie, wozu man das mal braucht. er macht mein büro menschlicher, obwohl es sich ja hier um einen rasenandroid handelt. er hat aber sein emotionschip eingeschaltet. unsere putzfr raumpflegerin hat die augen verdreht. die finnin wird sicher auch noch oft die augen verdrehen, angesichts des rasenreplikanten. frau kleinert fands „ganz nett“ und der kleine schlozz emil bienenschlau wollte sich gleich auch welchen bestellen. herr karliczek hat die faust in der hosentasche geballt. ich wünschte er hätte ein paar m&ms in seiner hand gehalten. ich sah mal vor einigen jahren eine tierdokumentation und die ging so: ein mann im afrikanischen busch, kleidungstechnisch einwandfrei ein homie, legte in ein astloch einige salzbrocken. dann kam ein affe, welcher die salzbrocken aus dem astloch holen wollte. weil das loch aber sehr, sehr klein war, musste er seine hand durch das loch drücken und konnte sie dann mit den salzbrocken drin nicht mehr aus dem loch ziehen. nun kam der affe leider nicht auf die idee, das salz loszulassen (hoffentlich wars überhaupt salz), dann habe ich vergessen wie es weiter geht. auf alle fälle endet die geschichte damit, dass dieser typ in afrika (ich weiss das land nicht mehr) hinter dem affen hergelaufen ist, der ja – aber das habe ich ja vergessen – irgendwie dann die kurve zum salzlecken oder -lutschen bekommen haben, weil er ja so durstig war, dass er zu einem geheimen wasserloch lief und der mann dann endlich auch… sie wissen schon was ich meine. ist ja jetzt logisch. aufwiederhähnchen.
DAS INTERNET
heute habe ich herausgefunden, dass das internet 1503 von leonardo da vinci erfunden wurde. es bestand zunächst aus einem 15 meter langen
messingdraht, der später noch verzinkt wurde, was enorme vorteile
hatte.
leider schläft die finnin schon, sonst hätte ich es ihr erzählen können. morgen früh, beim meeting, werde ich jedoch mit dieser neuigkeit aufwarten und anschliessend die weltherrschaft durch ein früher tor in der 7. minute an mich reissen. solcherlei gekrönt und beschmückt mache ich mich sogleich an die unterjochung des volkes draussen vor der tür. besonders der alfmann wird sein blaues wunder erleben. aber nicht nur er, sondern auch alle anderen werden von mir tüchtig unterjocht. ich kanns kaum erwarten, lege mich jedoch jetzt noch mal kurz hin, damit ich ausgeschlafen und konzentriert zu werke gehen kann. ich freu mich so.
TATSÄCHLICH
(franz beckenbauer)
LOGEN OTHELLO
klar logo wiederhole ich mich hier. ist ja auch mein block. klar heißt das blog, ist mir doch egal. ich mach nur spaß. kwik. heute, als ich las, blögge müssen authentisch geschrieben sein, da hab ich sofort angefangen, und das tue ich noch immer, darauf zu achten, dass ich auch ja authentisch bin. dann wieder dachte ich, authentisch sein ist jetzt auch wieder unauthentisch und bemüht. nun da ich darüber schreibe, ist es da schon unauthentisch. ist unauthentisch, wenn ich reflektiere oder ist es doch einfach nur beheeft.
so. was anderes. ich hab extra kein fragezeichen dem vorhergehenden satz angefügt. ich möchte nicht belästigt werden mit einer antwort. es ist jetzt endlich mittwoch, der 12. september. endlich, ich habe sehr lange darauf gewartet, dass endlich der 12. september ist. jetzt ist es soweit. hätte man mich 1982 gefragt, wie es an diesem 12. september aussähe, ich hätte sicher „soylent grün“ gedacht, aber „fidel castro“ gesagt. naja, vielleicht nicht gerade fidel castro, aber immerhin hätte ich mir gewünscht johannes heesters würde noch leben. und so ist es auch.
einmal in meinem leben hatte ich zusammen mit zwei politschen genossen eine vision. es war am 12. dezember 1985. da saß ich mit den genossen axel und marco vorm fernseher, wir schauten der vereidigung joschka fischers zum hessischen umweltminister zu. „der marsch durch die institutionen“ dacht ich, sagte aber „geil!“ und dann sprach axel aus, was alle dachten: „stellt euch mal folgendes vollkommen absurde szenario vor: joschka fischer aussenminister in einem kabinett mit dem innenminister otto schily… wieher!“ wir mussten alle lachen. absurd oder mit anderen worten: antropophagus 2.
die zukunft hat bereits begonnen. ich sitze auf einem matratzenlager, welches die finnin und ich uns hier ausgelegt haben, weil wir uns seit MO NA TEN nicht auf ein bett einigen können. ich sitze vor (oder hinter) meinem MBP, am fuße eines ivar-holzregales im studentenstyle, die finnin schläft. neben mir liegt die fernbedienung, mit der ich den fernseher und die grüne lampe ausschalten kann. bücher von fjodor michailowitsch dostojewski, murakami haruki, michael moore, ottfried höffe (aufgepasst: stöckchen), linus volkmann, ernst jandl, bertold brecht, rem kohlhaas, wolfgang büscher, rocko schamoni, wolfgang müller, wolf haas, rainald grebe und… ach ich könnt ewig so weiter machen. vor mir steht ein herman miller-stuhl von ray und charles eames. gegenüber von mir steht das schleefscheefchen. ein bild von audrey hepburn hängt an der wand. ein von der der finnin gestrickter ärmel liegt feuchtgespannt auf einem puzzle für kleinkinder auf dem boden. im fernsehen tummeln sich delphine. lampe norm 69 hängt von der decke (aus). ein kleid von meelbiin hängt am kleiderschrank. das quietschentchen von unserer bankberaterin frau czeschlik steht auf der heizung. ich habe rückenschmerzen und einen brand(t) wie die spd. drum trinke ich noé quelle classic, ein mineralwasser in der polyethylenterephtalat-flasche von plus. ich bin viel zu wach für diese uhrzeit. meinem tagebucheintrag vom 12. september 1982 entnehme ich folgenden satz: „Mit der Julia wars nix sie is ja auch ein bißchen jung (sic!)“ und das ist noch der harmloseste satz in in jener woche im jahre 1982. pubertät ist eine ganz schlimme krankheit. ich wäre nicht gerne meine eigenen eltern gewesen. ich hätte mich sicher zu tode geschämt, wenn ich von mir gewusst hätte. mein tagebuch liegt gefährlich zugänglich hier herum. wenn die finnin aufwacht, bin ich geliefert.
ein typisches 2007-endzeit-szenario, das ich mir 1982 ungefähr so vorgestellt habe.
FUCK / WIKIPEDIA
wikipedia hat für alles eine erklärung. jetzt weiss ich auch endlich was mir die leute beim bäcker, im büro und auch privat immer entgegenrufen, wenn ich mal was von ihnen möchte:
„Fuck y’all!“ Übersetzung: fickt euch alle (Bedeutung: Momentan will ich meine Ruhe haben)
„Fuck no“ Übersetzung ungefähr: scheiße nein (Bedeutung: Auf keinen Fall)
und
„He’s pretty fucked up.“ (Er ist in einem psychisch labilen Zustand. normalerweise unter dem Einfluss bewusstseinsverändernder Stoffe oder aber Er hat sich schwere Verletzungen zugezogen)
und ich antworte dann immer:
„Oh Fuck“ Übersetzung: Oh ficken (Bedeutung: Es ist was total schief gelaufen und ich bin schuld.)
und auch
„Fuck this shit.“ (Ich werde hiermit nicht weitermachen.)
mehr dazu hier.
TSCHÖ EVA
ach, man möcht ja sagen: endlich! nicht nur, dass ich finde, dass zickiges und unfreundliches gebahren von talkshowgastgebern und -geberinnen nervt, finde ich ja auch die ansichten eines clowns weitaus plausibler, als die von eva herman. was frauen veranlasst, frauen mit einer so gequirlten kacke hinter den herd zu zerren, konnte ich noch nie nachvollziehen. was hab ich mich da heute morgen gefreut, als ich in spon las, dass der norddeutsche rundfunk sie rausgeschmissen hat. die rolle der frau im dritten reich war eine bekloppte, gebährmuttermaschinenhafte und runtergeputzte, das will niemand (jedenfalls niemand mit verstand) zurück haben, das kann man auch nicht mal eben lässig und spitznäßig klasse finden. was ist denn das? mal sehen ob am freitag bei der gruseligen talkshow xxx & tietjen so getan wird, als sei nix passiert. ach schwachsinn, ich muss ja ne party schmeissen. naja. andermal.
ja, ketzer ich weiss, mal wieder böll lesen. is‘ schon recht.
KAKKENSTEKK
mir ist ganz schwummi. die funsorgen bringen mich noch ins feuchte grab, zudem burnen meine nervenentzündeten füße wie ein qualensumpf in irgendeinem nebenaspekt der vielzitierten hölle. ich bin bedient, dennoch, basierend auf einer gewissen naivität, bin ich auch happy. so wie ein nilpferd bin ich happy. wie ein grottenolm so überschwenglich. warum weiss ich auch nicht.
jetzt ist pavarotti gestorben und ich bring‘ hier nur die beatles. das ist doch auch doof. der kulturbeflissene potsdamer bringt natürlich pavarotti. da fallen unser einem ja eher die reclamheftchen aus dem regal, bevor man hier e-musikalisches postet. obgleich ja p. eher u. als e. ist. naja, das soll mich jetzt nicht kümmern.
gleich muss ich mir ein beinkleid an-, sowie einen rock umlegen und mich hinab ins buelowküchelchen begeben. dort braue ich mir einen starken expresso, verdünne ihn mit milch und blicke hinaus aus dem fenster. platipussy, unsere gästin, weilt gerade „auf dem amt“. die finnin lässt sie die weisheitszähne aushebeln. so könnte ich beim kaffeetrinken vielleicht einen fahren lassen oder rülpsen oder unflat von mir geben. das würde sicher meine nochnachbarin von obendrüber begeistern. wer zum 1. oktober schon immer mal eine zweistöckige wohnung über mir und der finnin bewohnen wollte, der sollte an dieser stelle mal bemerkbar machen. ich vermittel dann weiter. jetzt muss ich mich aber sputen, weil doch der klitzekleine schlozz emil bienenschlau mich in wenigen minuten abholt.
da frage ich mich doch: ist es wieder so weit – werden menschen wieder abgeholt?

