diesmal wird es voll dufte. ich bin davon überzeugt. schonmal den ganzen
morgen am rechner verbracht, den mittag und den nachmittag auch. nowhere bei
mir. in gedanken bin ich schon beim auftritt der industrial-noise-rambazamba-hithaus-band
beinhaus und ihren protagonisten. das wird ein getöse. wir sind schon
ganz erregt. der singer und songwriter r.k. sicher auch. er ist ja meistens
erregt. jedenfalls wenn ich ihn sehe. also stimme ich mir selbst zu. es gäbe
sicher einiges zu berichten über diesen abend, aber das hole ich morgen
nach, vielleicht montag, sicher aber am dienstag, wenn die jobs erledigt sind.
jetzt mache ich nur noch das nötigste und dann ab ins bett. ich muss
mich konzentrieren.
ein kleiner tag
heute war alles ganz winzig. zum beispiel das zeitfenster für vernünftige
und erwärmende aktivitäten. das zeitfenster für rumsitzen und
frieren, war dagegen weit geöffnet. diese gelegenheit nutzen der patrickant
und ich und wir waren für unseren lieben freund erkhan… r.k. da. konkret.
also lungerten wir x-trem lässig im proberaum der industrial-noise-rambazamba-hithaus-band
beinhaus rum und passten auf den heizungsmonteur auf, dass er nichts klauen
möge. ich bin mir sicher, er hätte etwas geklaut, wenn wir nicht
dagewesen wären. er sah so aus. hinterlistig und verschlagen. zum glück
waren wir da.
die restlichen stunden des tages verbrachten wir zitternd und klagend vor
einem heizungsgerippe. abends gab’s pellkartoffeln mit einer eigenartigen
jedoch köstlichen substanz aus baltham/italien (ein dank dorthin!) und
grünen tee (ein dank auch dorthin!). der tag wusste echt nicht, was er
wollte. zum glück hab’s noch unser lieblingslied des tages. es wäre
uns sehr wichtig, wenn das hier nummer eins in den charts werden würde.
bitte kaufen.
radio zu zweit und ohne rezept
helm helmo kränkelt. und das ausgerechnet am holy radiodonnerstag und
im herbst unserer gefühlslage. jippie. endlich ist er weg und ich kann
alles sagen, was ich schon immer sagen wollte. grunz lechz.
r.k. macht heute einen auf lau. er nimmt an den ruderweltmeisterschaften
in mexico city teil. achter mit steuerfrau. ganz alleine. er gegen zwölf
boote aus verschiedenen osteuropäischen ländern, derren insassen
alle bis unter die eichkante gedopt sind. da hat er zwar keine chance, aber
ich bin sicher er gewinnt. zwei bootslängen. wenn’s mal reicht. und dann
geht’s ab zum flugplatz. er nimmt die 14:00 uhr maschine nach frankfurt. eine
stunde verspätung wegen nebels. am samstag ist er dann wieder hier und
gibt mit seinem kumpel schröDER ein konzert im kulturkaffee an der mainzer
universität. campussy my love. ich… ach was… wir sind schon ganz
gespannt. es ist nämlich ziemlich teuer. die karte koste 180 euro, aber
das ist er ja irgendwie auch wert. ähnlich wie seinerzeit anthony yeboah.
der war auch sein geld wert und hätte er nicht mit der malaria zu kämpfen
gehabt, er hätte locker in der saison 60-70 tore geschossen. so wie unser
freund r.k. der weltmeister im ruderachter 2003, der am samstag (einlass 20:00
uhr) ein konzert gibt mit seinem kumpel schröDER und der (nämlich
derren) band beinhaus.
am samstag in mainz an der uni. um zwansisch uhr ist einlass. wir kommen aber
erst um neun, weil wir ja so lässig sind. wir fahren auch alle hin. der
patrickant, love lovner, ann anna, die finnin, helm helmo, humppa beibi, freak
freakner, zack zackner, lack lackner, luck luckner, kutt kuttner, fratz fratzner
und die maria vom ostbahnhof fahren auch alle mit. alle in einem auto und
alle total besoffen. denn es ist sehr laut in dem auto und hernach auf dem
konzert von r.k. und seinem kumpel dem schrödDER, derren gemeinsame band
nämlich beinhaus
heisst und für viel getöse sorgen wird. mit schratz und batz und
ölfässern und elektrischem schlagwerk, rabbatzmaschinen aus der
hölle und vielleicht auch einer gasmaske mit einem mikro dran. soagr
eine flex kommt zum einsatz. hui, wie da die funken sprühen. ich habe
meinen freund r.k. ja noch nie nackend gesehen und schon gar nicht auf der
bühne am singen, aber am samstag (20 uhr, uni mainz, kulutrcafé),
da ist es dann soweit. wir sind alle mächtig aufgeregt. der r.k. und
dem sein kumpel (schröDER) auch.
vorteilhaftigkeit in ewigkeit amen
hurra wir sind bescheuert geworden. heut‘ hat sich’s voll gelohnt. am 29.
november findet hier im sedanland stijlroyal / die erste : soar statt. bald
werden wir mal genauer drauf eingehen. auf jeden fall wird ariane von soarmodedesign
hier ihre produkte vorstellen. dazu deejays und essen. wie das halt so ist.
deswegen kam auch ein fernsehteam hier rein und hat diverse damen mit soarsachen
an gefilmt. wir waren für die aber uninteressant. die haben noch nicht
mal gegrüßt. hallo fernsehteam, ihr dürft gerne alle kommen
und unsere gummibärchen essen, aber sagt gefälligst guten tag. auch
zu unserem patrickanten, sonst gibt’s das nächste mal ein paar auf’s
maul. so!
sonst war nichts los. ich habe mir eine mütze gekauft. für 5 euro.
und der rest geht so: der patrickant macht grad aus love lovner a.ka tunt
tuntner einen zombie und tunt tuntner macht aus sich einen mann mit lippenstift
und wimperntusche. das machen die beiden. das sehen die als ihre aufgabe an.
also wirklich. ich fummel mir hier einen ab und die machen einen auf lau.
das hat r.k. nicht mehr eingesehen und ist gegangen. einfach weggeschlaufen
isser. die strasse runter und an der ampel dann rechts. ich hab nur noch seine
fußsohlen gesehen. mit dem tigerboystempel drauf. damit kann man im
schlamm einen tigerkopf hinterlassen, mit solchen voll coolen absätzen.
solche sandalen hatte er an. schade. dabei sehen wir alle so schön aus.
tip top und voll okay oder man sagt okeee oder okäää oder cräisäääääääääääääääääää.
ankündigungsweltmeisterschaft
unser lieber freund gustav gans kümmert sich nun persönlich um
unser problem. wir haben ja nur eins. die anderen warfen wir seinerzeit erfolgreich
über bord. verklappt in der nordsee. weg damit. brauch ich nicht. will
ich auch nicht mehr. bin ich nicht mehr gewohnt, gewöhnt ebenso nicht.
seit monaten schon ist die stimmung am siedepunkt angelangt und da bleibt
sie auch.
ariane rief eben an, sie machte eine eigenartige ankündigung. jetzt
sind wir ganz aufgeregt und laufen wie die hühner umher. r.k. ist heimgefahren.
er hat uns in diesem zustand erst abgelichtet (siehe unten) und dann alleine
gelassen. irgendwas fällt ihm ja immer ein. mit apfel plus i bekommst
du immer die information. diesen satz jetzt bitte wirken lassen. ru… verzeihung
love lovner erklärt dem patrickanten die fundamente der westlichen überlebensstrategie.
apfel plus a bedeutet alles markieren. und so weiter. helm helmo erklärt
mir derweil die vorzüge des rettich als gebrauchsobjekt. man kann zum
beispiel dinge damit hinter der heizung hervorholen ohne sich bücken
zu müssen. reite ich mich rein? nein. aber so ist es doch. ein rettich
und ein einigermaßen scharfes messer und der abend ist gerettet. man
kann tikis, waffen, gurken oder staffelstäbe daraus schnitzen. bloß
vorsicht damit nichts abbricht. und schnell schneidet man sich ins eigene
fleisch.
also liebe ariane. wenn morgen das eintritt, was du heute angekündigt
hast, dann wäre damit ein weiterer schritt in richtung unendlichkeit
getan. darauf haben wir ein leben lang gewartet. jetzt könnte es soweit
sein. wir werden berichten.
verzerrung der realität die keine ist
hallo ihr lieben kleinen zwerge auf diesem planeten. wie geht’s, wie steht’s?
montag ist ein guter tag um pläne zu schmieden und sie alsdann wieder
zu verwerfen. wobei ich mir ernsthaft überlege, ob ich statt „zuverwerfen“
nicht lieber „über den haufen zu werfen“ schreiben sollte.
das hat mehr pepp, ist aber auch abgelutschter. könnte jetzt sogar sein,
dass die finnin (hallo finnin) mir erklärt es würde pep geschrieben.
jedoch falls ich einen blassen schimmer von der aktuellen rechtsschreibsreform
hette, dann würde ich ganz andere dinge fabulieren. ich schrübe
einen brief an die macher der sendung kulturzeit, dass sie tips bitte mit
zwei p schreiben möchten, denn so gehört es sich doch. göthe.
oberschiene. ich möchte das nicht. orthographisch möchte ich mich
nicht in ein korsett zwängen lassen. ornitologisch aber auch nicht. zwitscher.
hallo herbst, hallo dominosteine, hallo weihnachtsmann du alter sack, der
du bist am nordpol. ich möchte nun nach hause gehen. mein temporärdomizil
verlangt nach einem gesunden präheizialismus. macht aber nichts.
im wandel der zeit
die suppe war wie ein wunder. dank des mitverspeisten antibiotika und dem
fleisch zugesetzter hormone, war auch ich samstag in der früh wieder
das blühende leben. man könnte mir simulation vorwerfen, doch dann
gibt’s was auf die fresse. das lasse ich mir nicht gefallen. nicht in meiner
position. nicht heute. nicht von diesem halunken. nicht so mein freund. nicht
mit mir. nicht auf die tour. nicht, dass ich wüsste.
wir fuhren in den westerwald und hernach wieder in den taunus, an dessen
fusse ich wohne. nicht so konkret am fusse wie der herr smax vom neroberg,
aber sehr füßlich schon. das bringt die lage der stadt so mit sich.
ich bin nur konsequent. also. am wochenende waren wir in hyderabad und machten
uns dort was vor. ich glaube man kann sehr gut dort leben, wenn man sich was
vormacht. ich jedenfalls kann ein lied davon singen. der herbst in hyderabad.
ein gedicht. eduard möhrike hätte bei jenem anblick einen herzkranzgefäßkatarrh
erlitten. eine herbstliche stadt, wie sie herbstlicher nicht sein kann. und
das mitten in finnland. das muss man sich mal vorstellen. da muss man erstmal
drauf kommen. dass sich das jemand ausgedacht hat, kann man sich ja heute
gar nicht mehr vorstellen. was für ein krankes hirn. bekloppt. dass sich
so was durchsetzt. aber so sind die zeiten. die regierung ist schuld. wie
immer.
wie zermatscht / knochenentzündung
meine lieblingssängerin noelle aus berlin hat mal behauptet, sie habe
eine knochenentzündung. damals war ich davon überzeugt, sie habe
dieses krankheitsbild erfunden. sie hatte mit an sicherheit grenzender wahrscheinlichkeit
schlicht und ergreifend einen kater. ich jedoch habe nun heute wirklich erfahren
was es heisst… mein knochengerüst wirkte wie gerädert und mein
kopf war matsch. so schleppte ich mich durchs sedanland und litt bis ich aufgab.
die anderen schauten mitleidsgeschwängert und vom ekel gepeitscht bis
ich am horizont verschwunden war. ich war wie erledigt. so fuhr ich los und
kaufte die zutaten für eine 1A rindfleischsuppe und das aus folgendem
grunde: meine urgroßmutter erzählte mir einmal, dass ihr seliger
mann im sterben lag. die salbung war lief schon auf hochtouren, die geistlichen
gaben sich die klinke in die hand und die sippschaft lungerte greinend vor
der tür herum. plötzlich kam mein urgroßvater auf den geschmack
und hauchte seiner sich sorgenden frau mit letzter kraft eine suppenbestellung
ins ohr. die würde er nun doch gerne noch verspeisen. also kochte man
geschwind und mit viel aufwand (das rindfleisch war teuer in jenen tagen)
eine rindfleischsuppe und gab sie dem quasiverblichenen. doch statt sich noch
einmal aufzubäumen und anschliessend ächzend zusammen zu brechen,
besserte sich sein zustand in wenigen stunden bis auf voll okay und so lebte
er noch munter und vergnügt 12 jahre weiter und durfte sogar den zweiten
weltkrieg in voller länge miterleben. toll.
durchs taunuswunderland
wir haben staubsaugerbeutel für unseren saubstauger gefunden. endlich.
der patrickant, den wir sonst (ich schwör’s!) nie schicken, den haben
wir heute mal auf die reise geschickt. in russland, ganz hinten, da wo’s runter
ins weltall geht, da fand er einen staugsauberhändler der noch was auf
lager hatte. für 40.000.000 rubel und einer tasche voll jacobs krönung
gingen die dinger über den ladentisch. heute habe ich (und nicht etwa
der patrickant!) den teppich gesaugt und dabei krassen techno gehört.
saugen und techno hören geht. unser saugstauber war aber lauter als das
lauteste technogetöse und ist es noch, denn ich konnte ihn nicht mehr
abstellen. hier sah’s aus. man muss sich ja schämen.
und ausserdem haben wir unseren faible für britische schokoriegel mit
lebensphilosophischem aufdruck entdeckt. trinken nur noch das gute irn-bru
/ barr und hören mak radio. r.k. ist ganz zufrieden. rub rubner will
nach münschen ziehen und der patrickant ist traurig, weil ich mich nicht
um seinen zickigen mac kümmere. obgleich ich ja nicht wirklich ein computer-friek
bin, könnte ich ja schon mal kukken. aber es macht mir keinen spass und
ich habe… oho… r.k. weint und ist müde. der grund: sein photoshop
fuhr nicht hoch. jetzt fährt sein photoshop doch hoch. der gute photojob.
was wären wir ohne ihn. wenn jemand freehand und photoshop besser beherrscht
als wir, dann melde er sich / dann melde sie sich. wir gewähren asyl.
das habe ich ja schonmal erwähnt. aber ich glaube nicht, dass es so etwas
gibt. also vergesst es wieder ganz schnell. wir brauchen auch niemanden. wir
sind uns genug. wir haben genug zu tun und doch haben wir ein privatleben.
wo ist der unterschied? mein privatleben werde ich demnächst im kraftfahrzeug
von bull bulla verbringen, himself weilt derweil in istanbul und macht geschäfte,
während ich mit einer jungen finnin durchs gebirge rase, milchschokoladige
dominosteine in mich reinstopfe, rambazamba musik höre und bizarre bewegungen
mit dem arm aus dem fenster baumelnd mache, bis mir vor kälte die finger
abfallen. so sieht’s nämlich aus. verdammt nochmal. das ist mein ziel.
darum geht’s doch. ich wünschte es wäre schon soweit.
knackt es unter meinem fuße, dann ist es wahr
der wind weht ein blatt ins sedanland hinein. es ist, ja es ist herbst. hier
drin sind alle wie versteinert. das gab’s ja noch nie. echt??? auf einmal
ist es herbst. komisch. jahreszeiten? nie gehört. kinners… aufwachen.
r.k. ist noch wach. er staunt über seine brille und stösst wilde
laute der verzückung aus. einen lieben gruß von gustav gans aus
wörrstadt rufen wir uns zu und lachen.
das ist dieser tag. wir hören französischen hip hop. auch. aber
anderes genauso. die sonne ist noch hell. helm helmo erzählt mir, dass
er in spiegel-online gelesen habe, dass ein mann seinem hund den hitler-gruß
beigebracht hat. der hund heißt sinnvollerweise adolf. ob der hund ein
nazi ist… hmmm ich würde fast sagen… nein. so was halt. das passiert
in diesem lande. das ist eine nachricht wert. neulich frug mich einer, ob
ich glaube, dass wir noch eine regierung haben. regierung? nie gehört.
sense unique. wir hätten gerne was zu trinken. also schlendert einer
zum türkisch/russischen kiosk und kauft brause ein. ich hatte einen müsliriegel
mit zimtgeschmack. müsliriegel bringen nichts. mein beitrag zur weihnachtsstimmung,
die hier herrscht und alles beherrscht. alle funzeln auf mau und sicher hat
einer was zu erzählen. einer hat immer was zu erzählen. von früher,
von anderen zeiten, als noch schnee lag, als noch die roten schienenbusse
fuhren. und dann lauschen alle und wissen auch eine geschichte. abends beim
tee. es ist stets eine dame anwesend, die ihre teetasse mit beiden händen
umklammert, auf dem stuhle kauert. so eine ist immer dabei. eine, der immer
kalt ist. schon ende august. nicht kalt, wenn’s auch kalt ist, sondern kalt
aus prinzip. kalt, weil kalt haben ein stück weiblichkeit beschert, sensibilität,
zerbrechlichkeit. weil’s was bringt. weil’s sexy macht. weil es nun mal so
ist. frauen frieren und männer schauen ins kartoffelfeuer und antworten
auf die frage: „was denkst du gerade schatz?“ mit „nichts.“
so funktioniert herbst.








