Das erste Spiel, Südafrika vs. Mexiko, schaute ich mir auf der Geburtstagsfeier meines alten Freundes Boris Claudius Kaspar Kreisle Edler von Hellborn an. Boris Claudius Kaspar Kreisle Edler von Hellborn ist ganz anders als sein Name es uns weismachen will. Er hat drei kluge Töchter und eine Frau, die eine Saisonkarte für die Heimspiele des 1. FSV Mainz 05 besitzt. Boris Claudius Kaspar Kreisle Edler von Hellborn ist kein Fußballfan, aber ich habe an seinem Geburtstag schon viele Fußballspiele gesehen.
Um das Spiel angemessen betrachten zu können brachte ich, obwohl ich ja gegen das Beamen bin, meinen Beamer mit. Erfreulicherweise war das Wetter dann aber so supidupi, dass der Beamer versagte und so schaute ich mit 12 Erwachsenen, wovon 11 keine Fußballfans waren, 7 Kindern, wovon alle aktive Teilnehmer der Hooliganszene Rheinhessen sind. Fünf von ihnen verfügten über eine Vuvuzela : ( und beherrschten das Spiel auf ihr gar virtuos.
Das Gute war (und das meine ich jetzt tatsächlich ironisch), dass wir die Begegnung dann auf einem Apple MacbookPro mit 17″ (immerhin) Display schauten, das unseligerweise an eine Brachialstereoanage angeschlossen war, so dass man zwar fast nicht sah, dafür aber 52.000 Vuvuzelas in Orginallautstärke in den Schornsheimer Hinterhof transportiert wurden. Hier möchte ich dann noch an die fünf Vuvuzelas erinnern, die unaufhörlich in einem Tröte-Ohr-Abstand von 30cm meine Nerven an den Rand der Selbstentleibung infernierten.
Alle Anwesenden waren für Südafrika, weil, „die Afrikaner müssen unbedingt mal Weltmeister werden!“ und alle waren am Ende über das 1:1 enttäuschter als alle Südafrikaner zusammen.
Man darf mit 11 Desinteressierten und 7 Kindern, wovon 5 eine Vuvuzela besitzen, keine Fußballspiele schauen. Das zahlt sich einfach nicht aus. Und weil die Desinteressierten die Regierung stellten, wurde das Macbook durch ein iPod ersetzt. So gab es anschließend statt Uruguay vs. Frankreich dufte Musik und Tintenfische, „weil Fußball ja auch langweilig ist.“
