Wenn man bei flickr.com in der Creative Commons-Abteilung nach „Queen Elisabeth“ sucht, treten die eigenartigsten Ergebnisse zutage. Immerhin wurden die kopulierenden Vierbeiner auf dem Bild oben von Tom Vogler im Queen Elisabeh National Park in Uganda aufgenommen.
Der Queen bleibt aber auch nichts erspart. Nachdem sich die gnädige Frau gestern anlässlich ihres Geburtstags von zahlreichen Männern mit albernen Fellhüten ausgiebig hat anschreien lassen, hätte man von den Fußballern aus England bei der Begegnung gegen die USA etwas mehr Motivation erwarten können. Aber was kann man von der englischen Nationalmannschaft überhaupt erwarten? Elfmeterschießen jedenfalls nicht.
Da es ja heutzutage keine Favoriten mehr gibt, empfand ich auch England als Gegner der Nationalmannschaft der USA (das muss man sich mal vorstellen) nicht als Favorit. Aber ich wünsche mir so sehr, dass die Engländer endlich mal alle (außer Deutschland) in Grund und Boden spielen. Und das kam so: Seit ich mir im Jahre 1984 mal ein Zweitligaspiel des FC Chelsea anschaute und sah wie da die Zuschauer, die nicht allzu reichlich erschienen waren, dennoch 90 Minuten mit Herz und natürlich ohne Verstand ihre Mannschaft nach vorne sangen, hat es mich fasziniert.
Anschließend war ich Gast an der „White Hart Lane“ im Stadion der Tottenham Hotspur gegen Aston Villa. Es war großartig. Beide Vereine waren im Laufe der Saison mal ganz dicht dran an der Spitze, konnten die Spielqualität in der Premier League aber nicht halten (Die Spurs wurden gewannen aber in diesen Jahr den UEFA-Cup.) Die Spurs gewannen das Spiel 2:1, das Stadion war total aus dem Häuschen. Die Atmosphäre der Supporter und aber auch und vor allen Dingen die Art und Weise wie da gespielt wurde, hat einfach Spaß gemacht. Dabei meine ich nicht die Spielweise an sich, die war ja schon immer eher einfach und kraftvoll wie es das Klieschee will: Kick & Rush. Nicht unbedingt spannend, wie da ein Ball vors Tor gebracht wurde. Aber das Spiel wurde nicht durch andauerndes Fallenlassen und komische Fouls unterbrochen. Eine Schwalbe macht einfach keinen Sommer in englischen Stadien. Das gefiel mir insgesamt.
Was mir auf den Sack ging, waren die ständigen Zweite-Weltkriegs-Kompensierungen in den englischen Medien und natürlich musste man als Deutscher von mindestens 25 Menschen pro Besuch auf der Insel mit „Heil Hitler“ so voll total lustig begrüßt werden. Ich war es schließlich leid, mir nachzusagen zu lassen, wir wollten mit dem Panzer per Blitzkrieg auf das englische Tor zu fahren um dort kriegstechnisch aktiv zu werden.
Schließlich war es die WM 2006 („im eigenen Land“), die den Engländern endlich mal ein einigermaßen realistisches Bild auf das Land der Krauts ermöglichte und so kam es, dass mir ihm Rahmen eines Public Viewings in Frankfurt am Main ein englischer (selbstverständlich stockberunkener) Fan heulend im Arm lag und sich bei mir bedankte, dass wir hier doch alle so voll total nett und gastfreundlich wären („almost like Hippies“) und das Bier sei viel besser als auf der Insel und das schöne Wetter und die schönen Girls und weit und breit keine Panzer… das werde er zu Hause alles erzählen, schluchzte er, dann werde alles wieder gut werden. Ich war gerührt. 100 Jahre Coventry vs. Dresden waren vergeben. So einfach kann es sein.
Nun kann es natürlich passieren, dass der Torhüter der Engländer in die Verlegenheit kommt einen Ball, der auf das englische Tor zu steuert, diesen rechtzeitig vor der Torlinie mit einer Glanzparade vor dessen kompletten Überschreitung zu verhindern. Hahahaha! Sie müssen wahrscheinlich selbst lachen. Das geht ja gar nicht: Ein englischer Torwart, der einen Ball fängt. Das ist ungefähr so absurd, wie eine englische Elf, die ein Elfmeterschießen gewinnt oder eine, die sich in wichtigen Spielen, zum Beispiel nach einem Rückstand, aufrafft und zum Zwecke des Sieges auftrumpft. Mal von dem 5:1 gegen Deutschland in der Qualifikation zur WM 2002 am 1. September 2001 in München abgesehen. Naja, in diesem September gingen ja noch ganz andere Sachen schief. Reden wir nicht mehr drüber. Aber die englischen Torhüter sind schon eine echt lustige Angelegenheit. Ich erinnere zu gerne an „Porno Earl„, der im Tor stand, als das schnellste Gegentor der WM-Qualifikationsgeschichte gegen San Marino fiel, nach immerhin 8 Sekunden und einem herrlichen Rückpass von Stuart Pearce. Im Rahmen dieser Tradition agierte auch Rob Green, der beim Einfangen des ersten Tores, statt des Balles, eher unglücklich, dafür aber lustig aussah.
Alles in allem waren die Engländer also heute wieder ganz sie selbst. Schubsten lustlos den Ball vor sicher her, setzten ihre jeweiligen Qualitäten, die sie in den Ligaspielen scheinbar besser abrufen können, als in der Nationalmannschaft, nur am Rande und leidenschaftslos ein. Wahrscheinlich haben sie sich auch gedacht, dass die Amys eh kein Fußball spielen können und weil man das Spiel ja quasi erfunden hat, ist die Sache ja gebongt. Schließlich ist man ja schonmal Weltmeister geworden, auch wenn man in diesem Finale nur 3 Tore geschossen hat, weil, das eine, das war ja keins. Es hat nur einen Fluch ausgelöst, der es der englischen Nationalmannschaft unmöglich macht bis zum Jahre 2066 ein entscheidendes Spiel zu gewinnen und wenn es mal eng wird, dann kommt die Hand Gottes ins Spiel.
Ich finde das schade, ich mag die Engländer und ich hätte mir mehr englische Fangesänge und weniger Uweseelers gewünscht und dass die Engländer die Amis mit 5:1 nach Hause schicken. Die Amis… verstehen Sie? Die USA soll von mir aus bis zum Ende aller Tage Basketballweltmeister sein oder was auch immer für eine Dominanz im American Football spielen, im Bseball von mir aus, sie können ja auch die nächsten 52 Weltmeister im 100m-Lauf stellen, aber ich möchte nicht, dass die USA Fußball-Weltmeister werden. Mit oder ohne Barrack Obama.
