ab montag, also morgen (vielleicht auch schon heute) kommt herr emil
bienenschlau wieder in unsere firma und beendet im moment seiner
ankunft seinen zweiwöchigen urlaub, den er, nach eigenem bekunden,
total entspannt verbracht hat. er wurde nicht müde dieses gerücht
aufrecht zu erhalten. am ende haben wir die köpfe gesenkt und ihm
geglaubt. „du bist entspannt, wie ein abgezogenes spannbettlaken nach
dem gruppensex!“ haben wir unisono gebrüllt und „wenn du weg bist
verwüsten wir dein büro. wir lassen einfach r.k. eine halbe stunde rein
und die sache ist geritzt, kicher!“ und ähnliches. ping pang pong. der
kleine schlozz wird sich wundern würde ich sagen.
psst, er wird
sich nicht wundern, denn es ist ja nichts weiter passiert. wir hängen
hier nur rum. gut, ich habe einen neuen eames-stuhl am schreibtisch
stehen, den ich jetzt kaputt machen kann. naja, es ist kein neuer
eames, sondern ein gebrauchter. einen neuen eames kann ich mir nicht
oder nur unter umständen leisten. bevor ich mir einen neuen eames
kaufen würde, erwürbe ich mir lieber ein walter knoll sofa oder eine
motoguzzi. oder ich führe mal nach new york. ich führe, weil ich nicht
flöge, denn wäre im besitz von reichlich flugängstlichkeit, womit wir
wieder beim thema wären: emil bienenschlau.
und da stelle ich mir
gerade vor, wie es denn wäre, wenn wir zwei mal, z.b. in einer dornier
do 228 baujahr 1981, nach new york flögen. da wäre was los. wir zwei
angstschisser angeschnallt an zwei mit unststoffbezug bezogene sitze
aus den frühen achtziger jahren, das flugpersonal ist betrunken und der
pilot leidet an narkolepsie. ich sitze natürlich am fenster, verdunkle
so den raum und mache vor lauter angsthasigkeit „har har har!“ während
der schlozz den rosenkranz runterbetet. „noch’n schluck von dem
fuseligen wodka?“ würde ich den schlozz fragen und ihm auf die schulter
klopfen, wobei er sein getränk (wodka) über den gehrock verschütten
würde. dann würden wir uns prügeln. danach würden wir unsere
mitgebrachten eiersandwiches verspeisen und pläne schmieden, wie es in
new york werden würde. „ich möchte mich mit einem buch von günther
grass oder jostein gaarder in den central park legen und die
nordamerikanische sonne auf meiner frisur tanzen lassen. dann möchte
ich mir eine pizza pizza erwerben und schlemmen. pizza pizza. verstehst
du was ich meine. pizza pizza ist meine lieblingsspeise vor allen
speisen auf der ganzen erde. hmm. legger pizza pizza.“ erklärte mir der
schlozz in meiner phantasie und ich sage: „wieso sagst du denn immerzu
pieza pieza kleiner schlozz, bist du denn vom wahnsinn künstlich
befruchtet worden?“ „aber so stehts doch im
deutsch-english/english-deutsch-heftchen, welches ich am flughafen für
ein paar öcken erstanden habe. schau nur!“ ich blätterte das
vokabelheftchen durch und wunderte mich. es stimmte „hier stehts
tatsächlich“ sagte ich erstaunt und verärgert zugleich und warf das
heft aus dem geschlossenen fenster, worauf uns der unterdruck (oder
wars der überdruck)… jedenfalls saugte uns eine ungeheuere macht aus
dem kleinen fenster. ich am fenster sitzende arme sau zuerst und es
dauerte bei mir etwas, denn ich steckte im fensterrahmen, worauf sich
der schlozz schon in sicherheit wähnte, als ich – PLOPP – hinaus ins
weltall gewirbelt wurde. der schlozz folgte mir nach kurzer zeit und
ganz ohne plopp. so schwebten wir eine weile durch den weltraum, als
mir der schlozz eine scheuerte. „du weisst wofür das ist?!“ sagte emil
bienenschlau sichtlich verärgert. „wofür genau nochmal?“ wagte ich zu
fragen. da bekam der kleine schlozz emil bienenschlau einen
tobsuchtsanfall und prügelte mich zu recht bis an den äußersten rand
der galaxie.
MÄNNER WEINEN HEIMLICH
diversitäten zum thema offenbach. zunächst: wir finden den typ nicht witzig. der geht nicht. noch nicht mal als extrem ironische überhöhung. und auch die diskussion ob uns hier im hause nur der sozialimpertinente ansatz daran hindert auch so zu sein, also quasi, dass wir ja so sind, drinnen im finsteren inneren, die braucht eigentlich nicht geführt zu werden. schwachsinn. ich ziehe einen anderen umgang mit menschlichkeiten vor. es wäre ja auch noch nicht mal im ansatz befriedigend, nicht mal für eine viertel stunde, weil da einfach kein leben im inneren ist. dass es einen diskurs dennoch gab, dass aufgeführt würde, dass wir „ja letztlich männer“ seien (jedenfalls die männer unter den männern), fand ich geradezu absurd, weil die hier anwesenden im umfeld ja den macho bis zur selbstaufgabe an der eingangstür abgegeben haben. mir gehen zwar männliche feministen auf den sack. genauso verhält es sich mit dem peinlich, mitleidig abwertenden duktus der frauenversteher, grauenhaft. aber die bemühte einteilung in mann und frau und wer am besten auto fährt, strukturierter denkt, besser kochen oder mehr reden kann ist ebenso armselig.
also haben hier bei uns einige die schultern gezuckt, den kopf geschüttelt und sind rausgegangen. so ist das mit dem toni. da geht der weg hin. einfach raus gehen. es gibt den kosmos in der toni im einvernehmen funktioniert und es gibt den, in dem er sich der lächerlichkeit preis gibt. das regelt sich von selbst.
klar, den hätten wir nicht bringen müssen, aber den können wir bringen. auch wenn wir nicht harald schmidt sind und wir hier viel falscher verstanden werden können, als irgendeine bundesbekannte komikerinstitution. und was red ich hier eigentlich? zum glück kann man ja umschalten. zum beispiel: bei emil „ich bin total entspannt“ knipst, gibts kühe, parkhäuser, schlumperhosen und berichte über ungesundes essen. garantiert politisch korrekt.
frisch, frech, frivol und facettenreich
sein programm sei frisch, frech, frivol und facettenreich behauptet hier ein online magazin von einem komiker. falls man eines dieser attribute mal mit einem meiner zahlreichen programme in verbindung bringen möchte… nur zu! wir sehen uns vor gericht.
es gibt allerdings einen komiker den man durchaus als frisch, frech, frivol und facettenreich bezeichnen kann, er kommt aus offenbach:
ICH DER GREIS
ich muss dauernd an den tennisspieler miroslav mecir, genannt „die katze“, denken. er hat meine juchend schwer geprägt. ein leben ohne miroslav mecir, konnte ich mir lange jahre nicht vorstellen. heute kann ich mir so gut wie alles vorstellen.
morgen, also heute, kommt wieder so ein junges ding und stellt sich bei uns vor. wir gewähren praktikantentum. gewähren, weil wir ja unsere praktikanten geradezu absurd unausbeuterisch behandeln. bei uns kann man noch was lernen. einen kopierer in dem sinne haben wir ohnehin nicht. was kann also schief gehen?! ich bin sehr gespannt. in meiner eigenschaft als beäugender chef, von der finnin unterstützt, weiss ich oft gar nicht was ich die jungen menschen mal fragen könnte. sie wirken oft so orientierungslos, dann doch so aufbruchslustig, aber auch zerfahren, ängstlich, arrogant, fordernd, teilnahmslos, glücklich, ahnungslos, bereit, bockig und frömmelnd zugleich. und wir sind nicht jung von matt, denke ich mir. ob denen das hier was bringt? wir sind ja höchstens jung und matt und jung sind wir auch nicht. ich jedenfalls nicht mehr, im klassischen sinne. die finnin ist noch ein bißchen jung, der schlozz, der kapellemeister schon noch jung. r.k. ein bißchen jung mit einer gewissen vergreisung im handlungsbereich und frau glück ist uralt. steinalt, wie ich. frau glück und ich, wir sind richtig alte menschen. wir machen aber einen auf jung. ich trage ja meistens schuhe der marke vans oder converse. das hält jung. zudem bin ich in vielen dingen relativ unfertig und habe geradezu kindlische bedürfnisse. aber ein alter sack ich bin indeed. ich war ja schon von geburt an eher ein greis. ein greises kind. ich habe meine eltern oft die welt erklärt und meine eltern haben schwer in sich hinein gestaunt. später in der schule, ich konnte schon lesen bevor ich eingeschult wurde, las ich der klasse das buch „bert und die dohle“ vor. ein buch, an dessen ende man weinen kann, wenn man will. als ich das buch zu ende gelesen habe, setzt ich mich wortlos in die zweite reihe, verzichtete fortan auf jegliche demonstration meiner weisheiten und schlief ein.
SCHLUMPER
der eine treibt sich im geiste in der europäischen hauptstadt des
rauschgiftes herum und der andere rasiert sich zwei seiner vier beine
und fotografiert sich lediglich bekleidet in sogenannten
„schlumperhosen“. ich weiss nicht, ob ich lachen oder weinen soll. r.k.
war heute auf der universität um dort buchwissenschaftler in die
geheimnisse der erstellung von webseiten einzuweihen. boris k. frug da
zu recht, was ausgerechnet buchwissenschaftler eigentlich mit der
erstellung von internetseiten zu tun haben. ich wusste keine antwort.
frau glück trug heute zwei geradezu absurde schuhe mit keilabsätzen, in
denen sie von a nach b, von b nach a und hin und wieder von e nach f
stakste und eigenartige laute von sich gab. der kapellmeister trägt
inzwischen militärische frisuren und die finnin stöhnte auch heute
wieder laut und deutlich über ihren job am wiesenmühlen-katalog. wie
jeden tag. seit ende mai. nur ich bin normal, denke ich mir und
verspeise eine birne, die mir folgende geschichte erzählt: eines tages,
es war viertel vor zwölf, klopfte ein kleiner käfer an der tür des
sagenhaften zacki zohres. „wer da?!“ brüllte zacki unwirsch. „ich bin’s
gowinda, der käfer.“ „ja und?!“ fragte zacki zohres. „ich hab’s
vergessen!“ gab der käfer zu, schob eine ladung sprengstoff unter der
tür durch und verpisste sich. „bumm!“ machte der raum hinter der tür,
die durch den hausflur flog. weisst du, was ich dir damit sagen will,
fragte mich die birne. „nein!“ sagte ich und steckte mir die birne
komplett in mein gierig sabberndes maul.
VOM LÖTEN & VOM TÖTEN
es ist samstag abend. wenn ich hugh hefner oder rolf eden wäre, wüsste ich was jetzt zu tun wäre, doch ich fühle mich außerstande dem samstäglichen nachtleben einen positiven aspekt abzuringen. früher (also neulich) goss man sich mangels phantasie einen hinter die binde und soff sich die umwelt schön. doch einmal das gehirn eingeschaltet, ist der zauber vorbei. so lungere ich hier auf dem sofa herum, starre zum ruhme unserer kleinen firma auf den monitor meines powerbooks und werde gleich die literaturverfilmung „rambo eins“ schauen. die finnin hält sich derweil südlich von frankfurt auf. freunde habe ich keine mehr. in meinem alter hat man nur noch angestellte, kunden und feinde. wenn man glück hat. leider enthält der apfel, den ich jetzt mal grad lässig verspeisen wollte, zu wenig säure und ich hasse äpfel mit zu wenig säure. da gehts mir wie anderen leuten beim riesling. granny smith ohne säure ist ein verräter. inzwischen und nach nur wenigen minuten, wurde john j. rambo auch schon verhaftet und soll nun rasiert werden. wozu habe ich nicht mitbekommen… und da ist er auch schon getürmt. er mochte nicht rasiert werden, warum habe ich nicht mitbekommen, es hat aber glaube ich mit dem land vietnam und seinen einwohner zu tun. wie immer.
so flötze ich mich also auf unserem purpurschneckenfarbenen sitzmöbel herum und hasse meinen säurearmen apfel und seine familie, diese strolche, da fällt ein polizeiauto die böschung hinunter ohne zu explodieren. ein unrealistischer film. der held näht sich aus einer plane einen gehrock. ein schöner film.
früher da dachte ich mal, ich müsse mich umbringen, wenn ich mal einen samstag nicht am zweifelhaften nachtleben dieser stadt teilnehmen kann…. der held entzündet ein feuer, wie weiland der cro magnon mensch, welcher ja den neandertaler auf dem gewissen hat, und trinkt nun ein bier. ach so werbung. verstehe. naja, früher also war weggehen king. ich bin so oft weggegangen (wie man sagt), da müsste ich mich doch erinnern können. bestimmt bin ich mehr als 1.000 mal weggegangen in meinem leben, doch spontan kann ich mich an keinmal erinnern. was habe ich da bloß gemacht? wenigstens dimmt sich anfang 30 die erkenntnis, dass es einigermaßen albern ist und rechtzeitig ende dreißig leuchtet dann die lampe der erkenntnis, dass sich alles in seiner gedrungenen sinnlosigket wiederholt und man ist mit sich, einem buch und einer miles davis schallplatte zufrieden. und kinder, aufgepasst, auch wenn ihr bisweilen sätze lest wie „wir haben uns gepflegt weggelötet“, das unmäßige konsumieren von verderbendem alkohol in hohem maße sollte man nicht als gepflegt bezeichnen. man sollte sich lieber mal die großen poren auf der nase anschauen und das ganz absurde zeug, welches man so von sich geben muss, wenn man sich in hohem maße weglötet. so sitze ich also hier auf der purpurschnecke und beobachte den helden des filmes, wie er in eine plane gehülllt einigen blutrünstigen polizeihunden davon läuft. in wenigen augenblicken wird er sich dann eine schlucht hinunterstürzen und sich anschliessend mit einem rostigen nagel eine klaffende fleischwunde am oberarm zu nähen. ein großer actionfilm. man darf gespannt sein. ich widme mich wieder der ruhmesmehrung und skizziere einige aspekte des neuen erscheinungsbildes einer symphatischen firma, welche unsere kleine firma als neukundin gewonnen hat. so! und nun hat der held aus verschiedenen nachvollziehbaren, jeder menge nicht nachvollziehbaren, sowie einer handvoll nur für schwachköpfe nachvollziehbaren gründen, gepflegt eine kleinstadt in schutt und asche gelegt (habe ich jedenfals aus den augenwinkeln beobachtet) und nun ist hugo werbung und die finnin ist zurückgekehrt. inzwischen ist auch der sonntag angebrochen und ich kann den samstagabendstress ad acta legen. vielleicht löte ich mich gleich noch gepflegt zu und finde mich ganz großartig. zulöten ist besser als kleinstädte in schutt und asche legen. immerhin. das ende des filmes habe ich verpasst, weil ich der finnin einen augenblick zu lange in ihre entzückenden augen geblickt habe. ich habe sicher nichts verpasst. bald kommt ja der zweite teil. ich freue mich schon jetzt.
UND ICH SO, NEE ODER?!
die achtziger jahre sind alles was ich besitze. musste ich neulich eingestehen. hab ich mich auch gleich geschämt und meinem gegenüber eine geknallt, weil er das aus mir rausgekitzelt hat. in den achtzigern da gings mir noch gold. damals, als man (also ich) dachte das computerzeitalter sei ausgebrochen, da hatte ich grad mal einen läppischen commodore64 zum anfang und einen ebenso läppischen i386er p fucking c zum ende der decade. wie aufregend! obgleich man ja so gut wie nichts gescheites damit anfangen konnte. das internet in form von btx/datex-j kam ja erst später. also machte ich folgendes: ich wusch meine lieblingshose, meine eltern waren im urlaub und so hatte ich freie bahn, steckte sie eilig in die wäscheschleuder, klemmte einen fön in den schlitz zwischen öffnung und deckel und eine halbe stunde später war die hose trocken und es konnte los gehen. man (also ich) stieg in die linie 25, (vorher und inzwischen wieder die linie 23) und fuhr in die stadt. man (wieder ich) ist ja früher so oft in die stadt gefahren, das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen. in der stadt wars klasse. ab 16 war ich deswegen auch extrem street, während ich vorher ja eher weinberg, bzw. wald war. ich bin quasi im wald aufgewachsen. ich eigenartige ulknudel. der wald war mein revier. ich und der wald, sagte ich mir und ging hinein. angst hatte ich nie. die stadtkinder hatten allerdings sehr viel angst vor dem wald. besonders in den dunklen stunden. da war wald kein thema. „wald my ass!“ riefen die stadtkinder. ängstschisser dachte ich bei mir und schwieg, denn auch ich war ein ängstschisser. nur andersrum. also stadt. ich waldmensch und die stadtkinder. ich (also man) stand also mit den standkindern und unseren bmx-rädern vor dem kaufhaus karstadt und langweilte mich. es gab richtige hardocre-karstadt-steher, welche die in der stadt weltberühmt waren und es gab so leute wie mich. es gab waldmenschen, aber auch protestanten und es gab leute aus gutem hause, kinder die innerhalb strenger parameter aufwuchsen, welche die noch um die bedeutung angehender straßenbeleuchtung, deren nichtbeachtung und dem anschließenden tanz von haushaltsgegenständen auf dem gesäß wussten. meine eltern waren da eher lasch. „ich vertraue dir wie die sau, mein junge.“ sagte meine mutter. ich musste schmunzeln, denn ich wusste: mir kann man wirklich nicht trauen, ich bin hinterhältig und verschlagen und neulich habe ich zwei neue getränke für mich entdeckt: batida de coco und blue curacao. so vergingen die jahre und man (also ich) wurde älter und älter, bis mir schließlich die haare ausfielen und ich altersdiabetis bekam. so sitze ich heute mit dem kinn auf den griff des spazierstocks gelehnt unter dem kastanienbaum und benehme mich sonderlich. die finnin strickt, ihr weisses haar fällt sanft über ihre schultern und wir blicken beide in den ungefähr 22.000sten gemeinsamen sonnenuntergang. an die achtziger können wir uns nicht mehr erinnern.
DIE EINE-BILLION-EURO-MARKE
gerade las ich bei spon, dass die deutsche bank kurz davor steht, bei der bilanzsumme die eine-billion-euro-marke zu durchbrechen. da sag ich doch helau und weiter so. auch ich würde mit royalkomm gerne die eine-billion-euro-marke durchbrechen, warum nicht sogar mal die zwei-billion-euro-marke, gerne auch in 3-4 jahren die hundert-phantastillion-euro-marke. das hat aber zeit. ich hatte allerdings noch nicht das u von helau herausgebrüllt, da fielen mir wieder die vielen mitarbeiter des kleinen bankhäuschens ein, die jetzt sicher zu tausenden auf die straße gesetzt werden. es ist ja geradezu chic, nach bilanzsaltomortalen exzessen, den angestellten postwendend in den hintern zu treten. ich hab geld genug, um mir freunde zu kaufen, was brauch ich da lästige mitarbeiter, die den ganzen tag auf dem klo rumhängen und die aufzüge verstopfen. weg damit, denkt die deutsche bank dann sicher und recht hätte sie. ich würde es genauso machen. unsere mitarbeiter können sich schon mal warm anziehen, wenn unser steuermann den eine-billion-euro-marken-durchbruch verkündet. und den schmeissen wir dann natürlich im anschluss an die verkündigung auch raus. klar. damit musste man rechnen. ich nehme auch an, dass der schlozz, r.k. und ich uns künftig gegenseitig absägen. das setzt ein gutes gefühl für geschicktes intrigenspiel voraus. man müsste im vorfeld schon mal gerüchte streuen. und so. pfeif…
ach schau mal der schlozz… auf der postkarte mit einem motiv aus seiner heimatstadt bogel, findet man ja einen poststempel von den malediven. das ist ja allerhand und ich finde es enorm wieviel r.k. mit seinem job als gastprofessor der johannes-gutenberg universität verdient. das sind ja unsummen.
SOJAHÖLLE NEUKÖLLN
komisch ist, wenn die ventilatoren aus den 30er und 70er jahren verstummen und auf einmal stille ist. so ist mir fremd im eigenen heim. im eigenheim. wegen mir könnts aber gleich weiter gehen mit der hitze und der glut und dem gleisen des gestirns. so. das wars. mehr fällt mir eigentlich nicht ein. tja. hmm. oh mann. wirklich nicht. vielleicht könnte ich ein gedicht schreiben, über meine zuvor im backofen aufgrund zu langen drinlassens, verkohlten türkischen paprika oder darüber, dass die finnin immer papriken sagt. papriken sagt sie und entenhaut, statt gänsehaut. hahnenwasser sagt sie manchmal. aber grad ist sie ja noch nicht mal da. sie ist mit meinem alter ego im kino und schaut sich einen piratenfilm an. ich glaube mit erol flinn. ich kenne mich mit kino nicht aus. verkohlte papriken sind ein graus. aber in angemessenem zeitraum geröstet, sind sie ein schmaus. dazwischen liegen oft nur wenige minuten. man braucht kein öl und auch sonst nur eine prise salz. sonst nix. ein sack davon kostet keine 2 euro und auch die veganistischen unter dem firmament empfinden einen leblosen euphorismus. ich persönlich zähle zwar zu meinem engen freundeskreis ein paar funvegetarier, aber veganer finden sich da nicht. verganer lehne ich aus persönlichen gründen ab. veganer sind müde, deprimierte spackos, die unambitioniert einer vagen zukunft entgegenblicken. sie sind sich nicht grün. seltsamerweise.
ich habe mal vor einigen jahren mit einem freund für ein paar veganer aus der brd ein essen gekocht. wir haben auf alles geachtet, sind für die sojamilch kilometerweit gelatscht. weil der freund aber im damals sojafreien neukölln wohnte, latschten wir also los ins sojaparadies kreuzberg, in welchem ich zuhause war. in kreuzberg war alles aus soja, sogar die kühe. dort kauften wir also sojamilch, die es heutzutage ja in jedem vergammelten discounter zu kaufen gibt und sangen ein loblied auf laktose. und dann buken und kochten wir wie zwei besessene indische köche ohne heimat und ohne verstand. na mit verstand schon. ich erinnere mich dunkel an einen „milch“-reis mit basmatireis, nüssen und rosinen und cardamon und zimt und so. aber die veganer blieben leblos und unversöhnlich mit sich, der umwelt und mit uns glaube ich auch. da holte ich eine tüte gefüllt mit dänischer fritierter schweinehaut aus dem fleischzimmer des freundes, lies den lieben gott einen guten mann sein und spülte die schweinehaut mit einem glas kalter milch, geraubt von in engen ställen gefolterten kühen hinunter und schämte mich. die veganer hatten gewonnen. moralisch jedenfalls. ich blickte zu boden und sah eine kakerlake entlangwandern, die ich augenblicklich mit meinen original vans hightops zerquetschte. draussen im backofen brannten die türkischen papriken lichterloh. ich nahm meinen zylinder und ging nach draussen, ein ort an dem in jenem moment die sonne aufzugehen schien, doch es waren nur die scheinwerfer eines busses, der mich mitnahm in eine andere welt, eine welt in der ich noch heute lebe und arbeite. schade, dass mir in dieser welt nicht einfällt was ich schreiben könnte.
YOU KNOW WHAT GOOD IS
weil ja heute ameisenbärentag will ich mit einer anekdote zum thema nicht zurückstehen. auf einer meiner reisen durchs wilde absurdistan hatte ich mal eine begegnung mit einem ameisenbär namens hans-günther. dieser bär war zuvor jahrelang mit einem deutschen komiker verehelicht, so sprachen wir beide die gleiche sprache: portugiesisch.
ich lief also so durch den busch und schlug mit meiner machete wie ein berserker auf das buschwerk ein, als ich plötzlich den ameisenbär lässig an einem baum lehnen sah, der im begriff war einen imbel zu quarzen. ich hielt inne und starrte ihn mit derart blutunterlaufenen augen an, dass sein fell rosa glänzte, was ja auch passte, denn er war von einem anderen ufer. „ouw? was gibts zu gucken?“ rief ich ihm zu. er sprach „wir sind zwei fonzies – und wie ist so ein fonzie?“ „cool?“ frug ich ahnungslos. „und genau so werden wir auch sein. wir werden cool sein.“ fuhr er fort und packte eine eine flasche chantré aus, die er sich alsdann hinter die binde goss. „auch mal kosten?“ sagte der ameisenbär und hielt mir die falsche hin. „aaah chantré. der weiche. mein lieblingsweinbrand. you know what good is!“ krisch ich aufgeregt, an den dichterfürst walter moers denkend und trank gierig die lauwarme schnapsene flüssigkeit aus. „ich erinnere mich an einen moment im jahre 1984 in london. es trug sich zu im corfu-hotel in der longridge road, nahe dem earls court. dort wollte ich meinen kumpels mal zeigen was ein richtiger säufer ist und trank ein 0,3 glas whisky mit einem happs aus.“ erzählte ich und fügte hinzu, „dann wurde mir extrem heiß, dann wurde mir schlecht, dann musste ich furchtbar rülpsen und dann war ich so besoffen, dass ich mich an den rest des abends nicht mehr erinnern kann. so ist es jetzt auch.“ mir wurde heiß, dann schlecht, danach ralps ich wie ein volltrunkener schiffsschraubenlackierer und schließlich konnte ich mich an nichts erinnern. später las ich in der zeitung, dass der ameisenbär ein lagerfeuer entzündete, sich zu mir setzte und die ganze nacht heiße rhythmen auf der klampfe zum besten gab. als der morgen hereinbrach verschwand er ohne eine message zu hinterlassen in die dichte des absurdistanischen urwaldes und ward nimmer mehr gesehen. er war der beste freund, den ich je hatte.






